Im Oktober 2025 hat das Zyprische Innenministerium auf eine parlamentarische Anfrage hin erstmals detaillierte Zahlen zu Immobilienkäufen durch EU- und Nicht-EU-Bürger offengelegt. Anlass war eine Anfrage des Abgeordneten Christos Christofidis (Nikosia), der eine Aufschlüsselung nach Regionen und Nationalitäten forderte.
Die Antwort von Innenminister Konstantinos Ioannou ermöglicht nun einen selten transparenten Blick auf den Zeitraum 15. September 2024 bis 15. September 2025 – und zeigt, wie unterschiedlich sich Käufergruppen auf die Regionen Zyperns verteilen.
Gesamtbild: Paphos und Limassol bleiben Hotspots
So wurden im genannten Zeitraum 385 Wohnimmobilien an EU-Bürger und 577 an Nicht-EU-Bürger übertragen. Die Bezirke Paphos und Limassol dominieren dabei deutlich und vereinen mehr als die Hälfte aller registrierten Verkäufe auf sich.

Bei unbebauten Grundstücken mit 218 Verkäufen an Europäer gegenüber 132 an Nicht-Europäer zeigt sich ein differenzierteres Bild. Während Nikosia und Limassol bei EU-Bürgern klar vorne liegen, sind freie Flächen in Larnaka besonders deutlich bei Nicht-EU-Bürgern im Trend. Der zuletzt zunehmende Zuzug aus Israel könnte hier eine maßgebliche Rolle spielen.

Wer kauft Immobilien auf Zypern? – Länderübersicht
Die Regierungsdaten zeigen für jeden Bezirk die zehn wichtigsten Käufernationalitäten. Bei den Nicht-EU-Bürgern dominieren klar das Vereinigte Königreich, Russland, Israel und Libanon. Unter den EU-Käufern führen Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Polen und Deutschland die Listen an.

Deutsche Immobilienkäufer: Starker Schwerpunkt auf Paphos
Innerhalb der EU-Käufergruppe nehmen deutsche Käufer eine auffällige Position ein. Die offiziellen Daten nennen folgende Zahlen (registrierte Eigentümer nach Verkäufen und eingereichten Dokumenten):

Die mit Abstand größte Zahl deutscher Käufern findet sich somit in Paphos, gefolgt von Larnaka und Limassol. Diese Verteilung legt nahe, dass sich deutsche Käufer derzeit überwiegend auf die südwestlichen und südöstlichen Küstenregionen konzentrieren, während Nikosia und Famagusta für deutsche Investoren bislang kaum eine Rolle spielen.
Insgesamt spielen EU-Bürger eine bedeutende Rolle auf dem zyprischen Immobilienmarkt, und deutsche Käufer zählen zu den aktivsten Gruppen innerhalb der EU. Eine Zunahme deutscher Aktivitäten auf Zypern erscheint plausibel, auch wenn Vergleichsdaten fehlen.
Die Offenlegung der hier vorgestellten Daten markiert einen wichtigen Schritt zu mehr Transparenz in einem Markt, der bislang nur in groben Zügen statistisch erfasst und Veröffentlicht wurde.
Quellen: Innenministerium der Republik Zypern – Anfrage Nr. 23.06.012.04.518, Antwort vom 8. Oktober 2025 (Griechisch und Übersetzung ins Deutsche).
